Stimmen zu meiner Biographie:

"Freiheitsglocke", Organ der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS):

...und wo bleibt die Gerechtigkeit?!
Der eigentliche Inhalt dieses Werkes des Verfassers ist letzlich schnell dargelegt. Der 1940 geborene Schweißer kommt wegen "Hetze" immer wieder mit der DDR-Diktatur in Konflikt, die ihn dann immer wieder, insgesamt über neun Jahre lang inhaftiert; verständlicherweise beschädigen diese auch psychisch schwer. Der Autor aber ist ein verbissener Anhänger der Gerechtigkeit und sieht sich selber als ein Michael Kohlhaas. Als er nach der Wiedervereinigung Deutschlands auf Erwin F. stößt, der ihn zu DDR-Zeiten für fünf Monate in den Knast gebracht hatte, verlangt er von diesem eine Entschädigung von 3500,- DM und droht ihm in einer Art Verzweiflungstat andernfalls Totschlag an.

Die weitere Folge ist indes ein Verfahren vor dem Landgericht Berlin gegen ihn wegen versuchter Erpressung. Da er angesichts seines gesundheitlichen Zustandes die Geldstrafe einfach nicht aufbringen kann, bekommt er eine dreimonatige Haftstrafe aufdiktiert - diesmal im Westteil Deutschlands. Ein Entgegenkommen der Justiz auf dem Gnadenwege oder Bewährung gibt es für das Opfer der DDR-Diktatur nicht.

Derartiges sprechen deutsche Gerichte heute hingegen grundsätzlich gegen NVA-Soldaten aus, die bis 1989 an der Berliner Mauer Flüchtlinge ermordeten! Ein gewisser Erich Mielke erhält sogar eine Haftentschädigung! Und der damalige Denunziant ist bis heute straflos geblieben! Man fragt sich, ist die Ursache in einer Weltfremdheit und politischer Naivität der Richter zu suchen oder sollte es sogar bestimmte Absicht sein? Auf der Strecke geblieben ist auf jeden Fall das hohe Ideal der Gerechtigkeit! Auf lange Sicht muss es für einen Staat mehr als schädlich sein, wenn Nutznießer und Mitläufer einer Diktatur nicht geahndet werden, die Opfer und Kämpfer gegen eben diese Diktatur aber weiterhin die Benachteiligten sind und an der Gerechtigkeit verzweifeln müssen (siehe die vielen Briefe, die Kamerad Rust bekam!). Der Verfasser steht mit seinem Schicksal absolut nicht allein. Quo vadis, Deutschlands Justiz?

Dr. jur. utr. Friedrich Wilhelm Schlomann