Polit-Verlag Gustav Rust, Berlin:

In den Fängen von NKWD und Stasi mit Schandmauer und Stacheldraht, Dokumentation, DIN A-4, Deutsch 740 Seiten, 118,- DM/ 60,- Euro ISBN: 3-9806381-1-1, Englisch 396 Seiten, 78,- DM/ 39,90 Euro ISBN: 3-9806381-2-X, mit vielen NKWD-und Stasi-Akten in Faksimile-Druck, mit einigen Berichten der Opfer und mit vielen Fotos aus Privathand, Fotos der Opfer, des Landesarchivs Berlin und Ullstein-Bild Berlin. Bestellung auch direkt beim Herausgeber möglich: G. Rust, Liebenowzeile 6, 12167 Berlin, Fax: 030-796 29 94 oder per E-mail: info@gustav-rust.de

Der Herausgeber Gustav Rust, selbst ein langjähriger ehemaliger politischer Häftling der "DDR“ (mehr als neun Jahre insgesamt!) und jetzt leider auch der gesamtdeutschen BRDDR, weil er eine Geldstrafe wegen angeblicher "Versuchter Erpressung“ seines SED-Denunzianten von 1968 nicht zahlen konnte und wollte, sofort vom "Rechtsstaat“ in Plötzensee 3 Monate eingekerkert; gleichzeitig laufen Tausende SED/Stasi-Bestien und ihre "Blockflöten“ und Ulbrichts "Willige Vollstrecker“ frech grinsend im vereinigten Deutschland herum, hat erneut mächtig mit der "Faust der Arbeiterklasse“ zugeschlagen: In einem dicken DIN A-4 – Wälzer von 740 Seiten(!) bestimmt 1,5 Kg schwer, dokumentiert er zahlreiche Verbrechen von NKWD und SED/Stasi gegen ihre Opfer. Für jemanden, der – wie der Rezensent – selbst Opfer war, ist das Deutsch der SED-Justiz und ihrer Stasi-Büttel streckenweise ermüdend. Für Historiker – auch Laien – dagegen ist es eine Fundgrube! Weitaus interessanter, weil Rust Klartext schreibt, wie ihm und anderen Opfern zumute ist, in Anbetracht der Lage im vereinten Deutschland, wo die PDS schon längst hof -und regierungsfähig geworden ist, weil ALLE etablierten Parteien von Heuchlern geführt werden, sind seine Worte im "Vorwort des Herausgebers“. Der frühere Maoist in der "DDR“, der sich von 1990 bis 2001 furchtlos zu den Republikanern bekannte, was ihm bereits viel Ärger sowie zahlreiche Anfeindungen einbrachte, verteilt gleichmäßig seine unverhohlene Abneigung gegen viele Parteien, Politiker und Vereine im Deutschland unserer Tage. Ob Schröder, Trittin, "Joschka“ Fischer, Scharping und Kohl – alle bekommen "Feuer“. Zusammenfassend resümiert Rust, in Fettdruck und wendet sich direkt an die genannten: Es kann einem das Kotzen ankommen, ob Ihrer abgrundtiefen Heuchelei!“ Den ausländischen Touristen empfiehlt der zornige Herausgeber, der oft - in Knastuniform und mit Handfessel – an den Kreuzen für die Maueropfer, am Reichstag, seine Bücher signiert, "eine Gasmaske nicht zu vergessen, weil es stinkt in Deutschland!“ Das SED-Opfer bedauert heute ironisch-sarkastisch, daß er 1960 nicht auf einen Vorschlag seines Stasi – Vernehmers, mit der "Firma Horch, Guck und Greif“ zusammenzuarbeiten, einging, dann wäre er heute womöglich "Ministerpräsident der Volksrepublik Brandenburg“ (Manfred Stolpe war IM "Sekretär").

Der hohe Preis der Dokumentation ist angesichts der Fleißarbeit gerechtfertigt, wenn man z. B. NKWD- oder Stasi – Akten der 50er Jahre in der Hand hält, die nicht zum Druck vorbereitet wurden: Die Genossen tippten bis an den rechten und/oder unteren Rand des Blattes, sodaß Rust meist den Text ausschneiden, verkleinern, auf ein neues Blatt Papier kleben und dieses wiederum kopieren mußte, damit der Text von einem weißen Rand umfaßt ist. ...Dazu kommt, daß die Übersetzung ins Englische allein mehrere tausend Mark verschlang...

Die vorliegende Dokumentation ist ein nicht zu unterschätzender und wertvoller Beitrag zur Aufarbeitung der NKWD-und SED/Stasi-Verbrechen, die im wiedervereinigten Deutschland offensichtlich unerwünscht ist, sieht man von einigen Alibi – Veranstaltungen und teuren Institutionen ab, die Millionen verschlingen, eher zur Verschleierung und Verharmlosung der roten Diktatur, als zur dringend notwendigen Aufklärung der unwissenden, weil in einer "Spiel – und Spaßgesellschaft“ lebenden Deutschen.

Das vorliegende Werk sollte in keinem Bücherregal – zumindest aber in keiner öffentlichen Bibliothek – fehlen. Genauso möchte ich es den diversen Opferverbänden und ihren Untergliederungen empfehlen und wünsche dieser Fleißarbeit eine große Leserschaft.

Kuo Xing-hu , Publizist, Amsterdam